Reisebericht Malta 8 Tage Kultur und Erholung mit BigXtra

Das Programm mit dem frisch renovierten Labranda Riviera Resort Hotel in Malta war hervorragend. Als ich meiner Frau den Prospekt über die achttägige Leserreise nach Malta für 199 Euro von der Zeitschrift "Kochen und Genießen" zeigte, war sie direkt begeistert, denn der Spaß sollte regulär 199 € pro Person kosten und mit einer Linienmaschine der Malta Air erfolgen. Das hörte sich alles sehr gut an. Aber wie das mit den Sonderangeboten so ist, bezog sich der Preis nur auf den Januar 2018. Wir wollten aber schöneres Wetter haben und wählten deshalb den letzten verfügbaren Monat, den März 2018. Das ergab einen Saisonzuschlag von 180 € und das "Exklusivpaket Genuss und Kultur" mit der Halbpension und 2 Ausflügen schlug mit 199 € zu Buche. So wurden dann 654 Euro daraus.

Auf dem nebenstehenden Bild sind die Orte zu sehen, die bei den Ausflügen angefahren werden, die das Guest Relation Team der Firma Meeting Point anfährt. Das ist das Management System, das die Labranda Hotels der FTI Gruppe verwaltet.
Da die meisten sehenswerten Orte von Malta und auch die Insel Gozo berücksichtigt werden, haben wir uns für diese Reise entschieden. Nachdem wir im Internet recherchiert und gelesen hatten, dass die Zimmer zur Landseite nicht so erstrebenswert waren, buchten wir noch die Meerseite hinzu, sodass alles zusammen dann auf 654,48 € kam. Die Buchung bei BigXtra Touristik, die zur FTI-Gruppe gehört, ging problemlos und das Einzige, das uns nicht gefiel, war der frühe Rückflug von Malta nach Düsseldorf um 06:10 Uhr. Das löste sich aber dann auf, als eine Flugänderung erfolgte und sich der Abflug auf  14:10 Uhr verschob.


Die Grafik stammt aus dem Reise-Prospekt der Zeitschrift "Kochen und Genießen"

Mittwoch, 21.3.2018

Der Frühlingsanfang in Düsseldorf beginnt mit -5°C am Morgen, als wir um 07:30 Uhr zum Flughafen fahren. Obwohl die Angestellten des ÖPV streiken und dadurch die Straßen voller Autos sind, kommen wir mit unserem cleveren Taxifahrer gut durch und die lange Warteschlange am Schalter 138 der Air Malta ist in 20 Minuten abgearbeitet. Wir haben online eingecheckt, was zumindest den Vorteil der Sitzplatzwahl hat. Der Airbus 320 ist voll mit 180 Passagieren, wovon BigXtra 30 Plätze gebucht hat.

Nach ruhigem 2 1/2 Stunden - Flug landen wir um 12:45 Uhr in Malta, wo es 17°C sind, aber als wir die Gangway hinunter steigen und uns ein kräftiger Wind entgegen bläst, erscheint uns das viel kühler.
Es dauert eine ganze Weile, bis unser Gepäck kommt. In der Ankunftshalle stehen mehrere Reiseleiter und sammeln mit hoch erhobenen Schildern ihre Gruppen ein. Auch wir melden uns bei der Dame mit dem FTI-Schild, die uns in ihrer Liste entdeckt, einen Umschlag mit Informationen in die Hand drückt und uns dem Bus 4 vor dem Flughafen zuweist.
Da stehen viele Busse und wir begreifen, was für ein Tourismusbetrieb hier herrscht. Mit unserer Maschine sind nämlich noch Flugzeuge aus Frankfurt, Wien und Barcelona gelandet.
Unser Hotel liegt ganz im Norden der Insel und während der Fahrt studieren wir die Hinweise und das Ausflugsprogramm. Dazu soll um 16:00 Uhr im Hotel eine Erstinformation stattfinden.
Sehr schnell nach der Abfahrt vom Flughafen sehen wir den dichten Verkehr und die Autoschlange, die sich aber glücklicherweise in die andere Richtung bewegt. Die meisten Autos sind klein, aber auch Malta hat damit zu kämpfen, dass es mehr Autos als Einwohner hat. Es herrscht Linksverkehr und der Bus schlängelt sich durch die engen Straßen der Ortschaften.
Der Blick aus dem Fenster ist enttäuschend, denn wir sehen eine karge Landschaft mit steinigen Feldern und alten Häusern, die oft verfallen und mit einem weiß-braunen Staub bedeckt sind. Die Straßen sind sauber, aber wegen des Kalksandsteins hat alles einen nordafrikanischen Wüstentouch. Auf den Feldern wächst zwischen den aufgehäuften Steinmauern Gemüse und dazwischen blühen überall gelbe Kronen-Wucherblumen.
Auch die tollen Badebuchten, an denen wir vorbeifahren, sehen nicht besonders einladend aus.


Die Bucht von Mellieha

Nach 50 Minuten Fahrt laden wir noch einige Gäste am Nachbarhotel Ramla Bay Resort aus und stehen kurz darauf in der Lobby des Labranda Riviera Resorts. Unsere Pässe werden kopiert, wir füllen ein Formular aus und legen unsere Kreditkarte für die Getränkeabbuchung vor. Sofort wird ein Sicherheitsbetrag von 100 € vom Konto abgebucht. Wir bekommen Zimmer 331 im 3. Stock und unsere Freunde 408 im 4. Stock.
Der gebuchte Meerblick ist auch vorhanden, wenn er auch vorrangig über die beiden Außenpools auf das Nachbarhotel Ramla Bay Resort fällt. Ein Pool ist leer und renovierungsbedürftig, aber es ist auch noch nichts los wegen des kühlen Wetters. Jedenfalls zeigt die Menge der aufgebauten Liegestühle, dass viel Betrieb erwartet wird. Das Hotel mit seinen 353 Zimmern ist jedenfalls komplett ausgebucht.
Mit unserem Zimmer sind wir zufrieden. Es hat einen 4-Sterne-Standard - wenn auch mit einfachem Mobiliar. Aber die Dusche ist groß und komfortabel, eine Minibar ist vorhanden und an den Wänden sind viele Steckdosen für deutsche und englische Stecker. Neben dem Nachttisch befindet sich sogar eine USB-Ladestation mit blauer Leuchtdiode, die als Nachtlicht fungiert. Der 37 Zoll Fernseher wird über Satellit mit 107 Kanälen versorgt, darunter auch mit ZDF und Eurosport. Für unsere Garderobe ist wenig Platz vorhanden, aber wir bleiben ja auch nur eine Woche, da kann man einiges im Koffer lassen. Wer sich für das Hotel interessiert, der kann meine ausführliche Bewertung bei Holidaycheck und beim Tripadvisor lesen.
Zur Informationsveranstaltung um 16:00 Uhr sitzen 62 Gäste in dem Meeting Room und Sabine von der Gästebetreuung möchte möglichst allen die 5 Ausflüge verkaufen, die sie im Programm hat. Dazu erklärt sie zunächst einige Besonderheiten der Insel und macht wohlweislich darauf aufmerksam, dass der öffentliche Busverkehr nicht ganz unproblematisch ist, man mit vielen Verspätungen rechnen muss und die Busfahrpläne sehr kompliziert sind. In ähnlicher Weise macht sie den Hop-on - Hop-off - Bus madig, denn sie habe bisher noch von keinem einzigen Gast eine positive Bewertung darüber bekommen.
Da wir bereits zu Hause das Genuss-Paket mit Halbpension und zwei Ausflügen gebucht haben, warten wir erst einmal ab, denn der erste Ausflug "Geheimnisvolles Malta" soll schon morgen Nachmittag stattfinden. Dann werden wir mehr wissen und können uns immer noch entscheiden.
Anschließend machen wir noch einen Spaziergang, um die Umgebung des Hotels zu erkunden. Die wunderschöne Bucht mit dem tollen Strand, die im Reisekatalog beschrieben ist, entpuppt  sich als leichte Katastrophe. Es ist nämlich weder Sand vorhanden noch eine schöne Bucht.

Der Weg neben dem Hotel zum Strand

 Der hoteleigene Strand "Hola Beach"

Zum Abendessen sind kurz nach Öffnung des Restaurants um 18:30 Uhr fast alle Tische schon besetzt. Wir sind erstaunt über den Massenbetrieb, aber bei einem voll belegten Hotel muss man damit rechnen. Das Büffet ist ganz ordentlich und für jeden ist etwas dabei. Wir trinken Bier und der Service ist freundlich. Alles muss aber auf einem Block mit zwei Durchschriften bestellt und unterschrieben werden. Anschließend gehen die Kellner zur Bar und dann zur Kasse. Sehr umständlich - offensichtlich sind hier moderne Bestellmethoden noch nicht angekommen.
Am Abend schauen wir uns noch einen Krimi an und bekommen prompt Beschwerden über die Lautstärke vom Nachbarzimmer, das lediglich durch eine Verbindungstür von uns getrennt ist. Das ist verständlich.

Donnerstag, 22.3. 2018

Der Himmel ist bedeckt, als wir beim Frühstück sitzen und es fängt an zu tröpfeln, als wir uns auf den Weg zur Bushaltestelle machen.


Die Bushaltestellen sind überall sehr komfortabel ausgeschildert.

Die Haltestelle ist nur 100 m vom Hotel entfernt und von einem schwierigen Busfahrplan kann keine Rede sein, denn die Buslinien sind genau mit Nummer und Endpunkt angegeben. Außerdem hängt ein Fahrplan mit den Abfahrtszeiten darunter. Die Tickets kosten 1,50 € und gelten 2 Stunden - egal, wohin man fährt. Da es aber zu regnen anfängt und sehr ungemütlich ist, flüchten wir uns ins Hotel und schreiben erst einmal Postkarten. Die gibt es nämlich samt Briefmarken in dem kleinen Souvenirshop in der ersten Etage. Dort kaufen wir auch eine große Flasche Wasser, denn das Leitungswasser in Malta schmeckt nicht besonders gut, weil es aus Meerwasser-Entsalzungsanlagen kommt. In der Lobby befindet sich sogar ein offizieller roter Briefkasten - das ist praktisch.

Am Nachmittag starten wir zu unserer Rundfahrt "Geheimnisvolles Malta", die wir schon zu Hause zusammen mit dem Paket für die Halbpension gebucht hatten. Es ist eine Gruppe von 35 Leuten, die im Bus sitzt. Begleitet werden wir von einer deutschen Reiseleiterin, die schon seit 17 Jahren in Malta wohnt. An den Buskett Gardens steigen wir aus.

Das ist der einzige noch vorhandene kleine Wald auf Malta und deshalb auch ein Nistgebiet für viele Vogelarten. Im Mittelalter wurde der Wald hauptsächlich zur Jagd benutzt, weil auch ein Bach hindurchfließt und dadurch Wild angezogen wurde. Später hat man zur Bewässerung Kanäle benutzt, wie sie auf dem oberen linken Bild auch noch neben den Wegen zu sehen sind. Heute fahren viele Einwohner Maltas am Sonntag mit ihren Familien hierhin, weil es ein schattiges Erholungsplätzchen darstellt. Auf dem Hügel befindet sich der Verdala-Palast, der von einem Großmeister der Johanniter in Form einer Burg errichtet wurde. Man kann ihn auf dem oberen rechten Bild erkennen. Heute ist es die offizielle Sommerresidenz des Staatspräsidenten und wird für Bälle und Empfänge benutzt. Besichtigen kann man ihn nicht.
Witzig sind natürlich die Schilder in maltesischer Sprache. Die Sprache ist tatsächlich eine der Amtssprachen in der Europäischen Union und hat sich aus einem nordafrikanischen arabischen Dialekt entwickelt. Später hatte die sizilianische Sprache großen Einfluss und danach die französische Sprache durch die Johanniter. Im Laufe der Zeit kamen Wörter aus anderen Sprachen hinzu und nachdem Napoleon besiegt war und die Engländer Malta besetzt hielten, kam die englische Sprache hinzu und die Engländer kümmerten sich um die Schreibweise des Dialektes und verwendeten lateinische Buchstaben dazu. Deshalb werden die Buchstaben ganz anders ausgesprochen als wir als Deutsche das gewöhnt sind.


Ein Stück weiter an der Küste halten wir an den Dingli-Klippen. Das ist die höchste Erhebung der Insel und hier geht es ziemlich steil hinunter zum Meer


Zur Landseite hin kann man bis zum Verdala Palast in der Ferne blicken. Die Wagenspuren im Kalkstein auf dem rechten Bild sollen angeblich aus der Bronzezeit stammen. Das weiß aber keiner. Die Reiseleiterin erklärt uns, dass deshalb dieser Ausflug die Überschrift "Geheimnisvolles Malta" bekommen hat.

Auf der Rückfahrt machen wir in Mosta halt, um die berühmte Rotunda Santa Maria Assunta zu besuchen.

Die Kirche ist ein prächtiger Bau und viele freiwillige Helfer sind gerade dabei, sie innen und außen für die Karfreitagsprozession vorzubereiten. Mehrere  Besuchergruppen und Schulklassen sind gerade hier, sodass ein Raunen und Gemurmel das gesamte Gewölbe erfüllt. Unsere Reiseleiterin erklärt sehr ausführlich die Besonderheiten der Kirche. Die große Kuppel ist mit 36 m Innendurchmesser die viertgrößte Kuppel Europas und 1400 Gläubige passen in die Kirche. Von besonderer Bedeutung sind das Altarbild und die Marienstatue, die am Fest Mariä Himmelfahrt in einer Prozession durch die Stadt getragen werden. Dazu gibt es eine Geschichte, die für viele Malteser und Einwohner Mostas als Wunder gilt: Bei einem deutschen Luftangriff im Jahre 1942 während des 2. Weltkrieges fiel eine Bombe durch die Kuppel, als gerade ein Gottesdienst stattfand. Die Bombe explodierte aber nicht, sodass keiner verletzt wurde. Eine Kopie der Bombe ist im Nebenraum der Kirche zu sehen.

Gegenüber der Kirche spazieren wir durch die schmalen Altstadtgassen mit den winzigen Läden, aber besonders interessant ist nicht.

Nach unserer Rückkehr im Hotel ist das Büffet am Abend schon entspannter als gestern, weil wir inzwischen wissen, dass man sich nicht an einen Tisch setzen darf, über dem sich die Klimaanlage befindet, denn die bläst ständig kalte Luft nach unten, sodass man glaubt, man sitze im Durchzug. Alles ist schmackhaft, aber der Service hat zu kämpfen, weil alles sehr umständlich bestellt und abgerechnet werden muss.

Freitag, 23.3. 2018

Um 9:30 starten wir zu unserem Besichtigungstrip von Valletta auf eigene Faust. Es ist 12 °C und ziemlich windig. Wir haben uns warm angezogen und nehmen den Schirm mit. Die Buslinie Nr. 41 kommt ziemlich pünktlich von der Fähre und hält bei uns am Kreisverkehr. Wir lösen ein Ticket für 1,50 € und setzen uns ans Fenster, weil der Bus noch fast leer ist. Mitgenommen haben wir unseren Reiseführer von Markus Bingel "Inseltrip Malta" aus dem Reise Know How Verlag. Der ist nämlich prima, weil er von 2018 ist, nicht so dick ist und eine prima Faltkarte der Inseln Malta und Gozo wie auch detaillierte Stadtpläne von Valletta, Mdina und Victoria enthält. Außerdem ist auch ein hervorragender Busfahrplan für die Inseln dabei, sodass wir gut gerüstet für unsere Ausflüge sind und keinen Reiseführer brauchen.

Die Fahrt mit dem Bus ist total unkompliziert, weil die Haltestellen in einer Leuchtschrift angezeigt werden  und man auf diese Weise genau orientiert ist, welche Haltestelle als nächste angefahren wird. Es erfolgt im Übrigen auch eine Ansage in maltesischer und englischer Sprache. Ganz hilfreich ist es natürlich, wenn man auf dem Smartphone eine App wie z.B. Maps Me installiert hat, die mit den GPS-Daten genau anzeigt, wo man sich befindet. Den Busfahrplan gibt es im Touristenbüro, man kann ihn aber auch direkt bei Malta Public Transport herunterladen.

Auf den ersten Blick sieht der Plan kompliziert aus, aber da an jeder farbigen Linie die entsprechende Nummer verzeichnet ist, kann man im Ziel nachprüfen, ob diese Nummer auch dort ankommt. Andernfalls muss man umsteigen.

Wir fahren bis zur Endstation, das ist das Bus Terminal vor dem Eingang zur Altstadt. Von den hohen Mauern der Festung sind wir stark beeindruckt. Valletta ist die einzige Stadt, die komplett von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde.

Es muss kräftig geregnet haben, denn die Straßen sind nass und wegen des kalten Windes ist unser Spaziergang nicht gerade gemütlich.
Überall stehen Skulpturen aus weißem Plastik, die als Beitrag zur diesjährigen Kulturhauptstadt Europas gestaltet wurden. Sie gehören zur Straßenkunst, bei der allgemeine Sprichwörter in Kunst umgewandelt werden sollen. An der Seite zum Großmeisterpalast steht zum Beispiel eine Gruppe mit aufgebrochenen Eiern, Küken und der Inschrift: "Don't count your chickens before they hatch", also "Zähle die Küken nicht bevor sie geschlüpft sind". Das bedeutet im deutschen Sprichwortschatz, man solle den Tag nicht vor dem Abend loben.


Die Straßen sind eng und steil in Valletta

Danach machen wir einen Rundgang nach dem Vorschlag unseres Reiseführers aus dem Know How Verlag. Aber das Wetter macht uns erst einmal einen Strich durch die Rechnung, denn schon beim Gang über die Brücke, die über den Burggraben führt, fängt es an zu regnen.  Wir stellen uns am Parlamentsgebäude unter und warten, bis die Regenwolken verzogen sind. Der Rundgang soll die Highlights der Stadt umfassen: das Nationalmuseum der Archäologie, die St. John´s Kathedrale, den Großmeisterpalast, Fort St. Elmo und die Barrakka Gärten.


Unser geplanter Rundgang durch Valletta

Wegen des kühlen und windigen Wetters ist auf den Straßen nicht so viel los; die Straßencafés sind leer und es sind auch nicht so viele Touristen unterwegs. Kreuzfahrtschiffe sind auch keine da, weil die Saison noch nicht begonnen hat.
Das Nationalmuseum ist geschlossen und das Teatro Manoel wegen Renovierung auch. Deshalb spazieren wir an der Außenmauer entlang, blicken auf den Hafen und die neuen Fassaden auf der anderen Seite und gelangen zum Fort Elmo, was aber schließlich wegen des einsetzenden Regens für eine Besichtigung wegfällt.
Nachdem es kurz aufgehört hat, verzichten wir auf die Barakka Gardens, eilen schnell zum Großmeisterpalast und besichtigen ihn mit einem Audioführer. Der ist sehr instruktiv und führt uns durch die Gänge und Säle mit vielen Gobelins, Gemälden, Waffen und Rüstungen. Leider sind heute nur 3 Säle geöffnet.
Wir sind erstaunt, wie schwer die Rüstungen sind, die wir im Waffenmuseum bewundern. Wir können uns gar nicht vorstellen, dass damit die Ritter riskiert haben, so schwerfällig in den Kreuzzug zu ziehen, zumal die türkischen Waffen, die dabei erbeutet wurden, viel eleganter und leichter sind.
Eine Kaffeepause möchten wir in der als Delikatess-Center umgebauten alten Markthalle machen, aber trotz der tollen Angebote ist es uns zu kühl und zugig darin, sodass wir uns in ein kleines Café hinter einem Friseur verkriechen. Anschließend besuchen wir die St.John´s Cathedral und erhalten wieder einen sehr guten Audioführer, der uns die Pracht dieser Kirche vor Augen führt und die Ritterorden zu verstehen hilft.

Wir sind überwältigt von der kostbaren Innenausstattung und den Seitenschiffen, die die einzelnen Landsmannschaften gestaltet und finanziert haben. Man bekommt einen Eindruck von der Macht und dem ungeheuren Reichtum der Ritterorden. Das zeigt auch die Geschichte des Malers Caravaggio, der das berühmte Bild "Enthauptung Johannes des Täufers" geschaffen hat, das im Oratorium der Kathedrale hängt.

Wenn das Wetter besser gewesen wäre, hätten wir uns bestimmt noch mehr angeschaut, aber am Nachmittag waren wir froh, dass wir wieder im Bus Nr. 42 saßen und in unser Hotel zurückfuhren, während der Regen auf die Fensterscheiben klatschte. Wir nehmen uns vor, Valletta noch einmal zu besuchen, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt.

Samstag, 24.3. 2018

Es ist bewölkt mit ein paar blauen Stellen am Himmel, als wir kurz nach 7 Uhr aufstehen. Wir haben für 20 Euro den Hop on - Hop off Bus  bei Herbert aus Regensburg gebucht, der jeden Morgen vor dem Hotel steht und Touren von der  Firma Supreme Travel anbietet. Das hat nämlich den Vorteil, dass wir mit einem Zubringerbus kostenlos zur Abfahrtsstelle des Busses in Sliema gefahren werden. Auf der Fahrt dorthin kommen wir an den Stränden vorbei, die von der Malta-Touristik so angepriesen werden. Die sind jetzt im März noch nicht voll im Betrieb, obwohl vielfach Sonnenschirme und Liegestühle aufgestellt sind. begeistert sind wir nicht von der Mellieha Bay. Dahinter liegt St. Paul´s Bay, danach folgt die kilometerlange Strandpromenade, die von der St. George´s Bay bis nach Sliema reicht. Manche Strände sind mit Sand aufgeschüttet, aber attraktiv sind sie nicht. Schöner ist es da schon, über die Strandpromenade zu spazieren und in einem der vielen Cafés sitzen und über die Bucht zu schauen. Dieser Bereich ist jedenfalls das touristische Zentrum der Insel und mit Hotels und Ferienwohnungen vollgebaut.
Hier eine kleine Zusammenstellung dieser Buchten:

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Yachthafen in Sliema

In Sliema steigen wir in den Hop on - Bus der Blauen Linie. Wir bekommen Kopfhörer für den Audioguide und stellen ihn am Sitz auf Kanal 5 ein, der die Erklärung auf deutsch abspielt. Das Wetter ist eigentlich ganz gut, aber es weht ein kalter Wind, sodass ich es nur bis Valletta auf der oberen Plattform aushalte. Danach verziehe ich mich nach unten, weil wir ja doch erst einmal nach Mdina wollen.

Auf der Karte von der Firma Supreme Travel (Malta-Sightseeing) kann man die Fahrtrichtung der Nord-Tour (blau) und der Süd-Tour (rot) gut erkennen. Der Ausgangspunkt ist jeweils Sliema. Auf der Fahrt durch das Inselinnere sieht man schon von weitem den Hügel mit der Doppelstadt Mdina und Rabat.
Der Name Mdina kommt aus dem Arabischen und bedeutet "mit Mauern umgebene Stadt"; der Name Rabat ist ebenfalls arabisch und bedeutet " befestigte Siedlung". Den strategisch wichtigen Hügel, von dem man das Land sehr gut überblicken kann, hatten schon die Römer erkannt und dort die erste Burganlage gebaut. Als die Araber später auf der Insel herrschten, verkleinerten sie die Anlage und bauten höhere Mauern, um sie besser verteidigen zu können. So entstand Mdina, die spätere Hauptstadt der Insel. Rabat blieb als Vorstadt bestehen.
Heute ist es eine Ministadt, weil kaum mehr als 200 Menschen darin wohnen. Es gibt nur ein einziges Boutique - Hotel und wenige Restaurants. Deshalb ist Mdina auch nur eine Sehenswürdigkeit für Tagestouristen, abends ist die Stadt völlig still.
Die Bushaltestelle liegt nicht weit von der Brücke über den Burggraben entfernt, sodass wir mit wenigen Schritten am Tor sind, das schon als Filmkulisse zu "Game of Thrones" diente.
In unserem Reiseführer aus dem Know How Verlag ist ein Vorschlag für einen Rundgang durch Medina enthalten, dem wir folgen und durch die engen Gassen spazieren. Die sind wirklich eng; trotzdem passen kleine Autos und die Kutschen mit Touristen  hindurch.
Direkt hinter dem Tor rechts liegt das Mdina Dungeons Museum, das für die interessant ist, die sich alte Folterwerkzeuge anschauen wollen. Wir überschlagen es und versorgen uns gegenüber dem Nationalmuseum im Touristenbüro mit Informationen.
 
Zum Besuch der Kathedrale und dem dazu gehörigen Museum lösen wir ein Kombiticket und bekommen ein Faltblatt in deutscher Sprache, das dort ausliegt. Im Kathedralmuseum sind wertvolle silberne und goldene Monstranzen, Kelche  und sakrileges Zubehör ausgestellt. Viele kostbare alte Zeugnisse aus der historischen Vergangenheit sind hier aufbewahrt, auch päpstliche Bullen aus der Inquisition, die manchem das Leben kosteten. Interessant sind die Stammbäume der Großmeister und Gemälde aus der gegenüberliegenden Kirche.


Päpstliche Bulle

 Hier einige weitere Bilder:
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Außenansicht der Kathedrale von Mdina

Am Nebeneingang der Kathedrale stehen Übertragungswagen des Fernsehens und beim Betreten erkennen wir sogleich den Grund: Heute Abend findet hier ein Konzert statt und deshalb sind schon vier Kameras installiert und eine spektakuläre Beleuchtung eingeschaltet. Das sieht toll aus und hebt die kostbaren Gemälde noch besser hervor:
Ansonsten "gehen wir über Leichen" in der Kirche, denn unter den Marmorplatten sind viele Bischöfe von Malta begraben.
Anschließend spazieren wir durch die engen Gassen bis zum Bastion Square. Dort kann man über ein paar Treppen an die Mauer gehen und hat einen fantastischen Rundumblick über die Insel bis ans Meer. An der St. Agatha ´s Esplanade finden wir ein Café zum Aufwärmen und sind hinterher erstaunt, dass ein Stück Zitronen- oder Karottenkuchen 4,90 € kostet. So werden die Touristen hier abgezockt!

Da wir den Hop-on Bus um 15:30 Uhr bekommen wollen, machen wir uns danach auf den Weg nach Rabat. Über die St.Paul´s Street wandern wir zu den Katakomben. Unterwegs können wir leider keinen Blick in die St. Paul´s Church werfen, denn es ist gerade eine riesige Beerdigung im Gange, sodass viele Trauergäste draußen vor der Tür stehen, weil keiner mehr in die Kirche passt.

Die Gassen sind eng in Rabat, aber trotzdem kommt man manchmal an einem winzigen Café vorbei, das sich malerisch von den tristen Wänden abhebt.  Leider sind die Balkonplätze alle besetzt, sonst würden wir hier eine kleine Pause einlegen, um die Leute zu beobachten, die unter uns vorbei spazieren. Ein Stückchen weiter kommen wir an den Eingang der St. Paul´s Katakomben.

Die liegen zu beiden Seiten der Straße und wurden im 8. und 9. Jahrhundert als Friedhof benutzt. Im Visitor Centre lösen wir zwei Tickets und bekommen als Wechselgeld nagelneue  1 € und 2 € Geldstücke mit einem Malteserkreuz auf der Rückseite. Die blitzblanken Münzen sehen aus wie Goldstücke zur Ritterzeit.  Schade, dass es hier keinen Audioführer in deutscher Sprache gibt. Nach dem kurzen englischen Einführungsfilm in die Geschichte der Katakomben steigen wir zu den Gräbern hinunter und sind total beeindruckt von den Ausmaßen der unterirdischen Gänge, die man bis heute noch nicht einmal alle entdeckt hat.
Sie wurden nicht nur als Begräbnisstätten benutzt, sondern waren im Laufe der Jahrhunderte Wohnungen, Verstecke und Luftschutzbunker für die Bewohner Maltas. Da die unterirdischen Gänge unter der Kirche noch weiter verlaufen, nimmt man an, dass sie bis zur Burg Mdina und vielleicht darüber hinaus noch bis zum Meer nach Valletta reichen. Wir stellen jedenfalls fest, dass man sich glatt darin verlaufen kann.

Um 15:20 Uhr fahren wir weiter mit dem Hop-on - Bus nach Norden in Richtung Bugibba. Unterwegs legen wir noch einen Fotostopp an der Golden Bay ein:

Naturgemäß ist um diese Zeit an dieser schönen Badebucht nichts los und ein Panoramafoto muss genügen. Eine halbe Stunde später kommen wir in Bugibba an und steigen an einer Haltestelle aus, wo der Bus 221 nach Marfa hält. Der kommt schon eine Minute später und wir fahren nach Marfa Bay zurück, wo sich unser Hotel befindet.

Sonntag, 25.3. 2018

Es ist sehr diesig und regnerisch an diesem Morgen. Viele scheinen die Zeitumstellung von Winterzeit auf Sommerzeit in dieser Nacht verschlafen zu haben, denn beim Frühstück um 7:30 Uhr ist der halbe Speiseraum leer.
Um 9:00 Uhr fahren wir in einem Minibus mit 14 Leuten los zu einem Ausflug in den Süden der Insel. Wir haben die Tour gebucht, weil sie nur 10 Euro kostet und wir damit bequem nach Marsaxlokk, zur Blue Grotto und zur Anchor Bay kommen.
Sonntags ist nämlich in Marsaxlokk großer Fischmarkt. Der findet zwar auch an anderen Tagen statt, aber dann sind nicht so viele Händler dort und auch nicht so viele Fischstände.

Als wir nach einer Stunde Fahrt am Hafen ankommen, bauen die Händler gerade ihre Tische auf, aber der Blick über den Hafen mit den bunt bemalten Fischerbooten ist toll:
Die Boote werden "Luzzi" genannt und die Malteser sind damit schon im Mittelalter zum Fischen herausgefahren. Sie haben als besonderes Kennzeichen zwei kleine Augen auf dem Bug, die an die Phönizier erinnern sollen. Diese hatten nämlich ihre Boote mit solchen Augen bemalt. Der Ursprung ist nicht bekannt; manche vermuten, dass es die Augen des ägyptischen Totengottes Horus oder die Augen von Osiris sein sollen. Jedenfalls sollen sie die Fischer vor Unheil auf dem Meer schützen. Andere glauben, dass die Phönizier ihre Schiffe so bemalt hätten, damit sie in der Dunkelheit besser den Weg über das Meer finden würden. In jedem Fall sind sie ein echtes Postkartenmotiv.
Nachdem wir an den afrikanischen Verkäufern mit ihren falschen Gucci-Taschen und Nike-Schuhen vorbei sind, die sie zu Spott-Preisen anbieten, schauen wir uns den Fang von heute an, den die Fischverkäufer anbieten. Preisschilder gibt es keine, sondern die Fischerfrauen bieten die ausgenommenen und filetierten Fische nach Gewicht an. Viele Barsche liegen auf den Tischen, dazu Seebrassen, Calamari und Muränen. Es sind auch Red Snapper dabei und einige kleinere Thunfische; Austern und Muscheln gibt es nur wenige. Um die Abfälle, die direkt in das Hafenwasser geworfen werden, kümmern sich die Möwen. Anscheinend locken die Abfälle viele Fische an, denn am Kai stehen auch einige Angler, die sich das Sonntagsvergnügen gönnen.

Der eine Fischer schaut sinnend aufs Meer...

Der andere Fischer schaut auf die Touristen.
Viele Leute sind in der Kirche, aus der gerade der Pfarrer mit Messdienern kommt, um am Palmsonntag die Palmzweige der Gäubigen zu segnen. In die Kirche können wir nicht, da gerade Gottesdienst ist - und direkt danach wird sie verschlossen. So spazieren wir durch die Gassen und wollen anschließend in einem der kleinen Restaurants, die alle ihre Stühle auf den Bürgersteig gestellt haben, einen Cappuccino trinken. Der Wirt macht uns sofort darauf aufmerksam, dass  das nur so lange möglich ist, wie keiner kommt, der etwas essen möchte. Traditionell gehen nämlich die Einwohner des Dorfes nach dem Gottesdienst am Sonntag ins Restaurant.
Es ist ganz schön, hier im Windschatten des Hauses in der Sonne zu sitzen und dem geschäftigen Treiben auf der Hafenpromenade zuzuschauen. Einige Impressionen von unserem Besuch in dem malerischen Fischerdorf:
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Die Fischer verkaufen ihren Fang

Um 13:15 Uhr fahren wir weiter zur Blauen Grotte, die oben vom Aussichtspunkt sehr beeindruckend aussieht, zumal sie von der Sonne beschienen wird und nur wenige Wolken am Himmel zu sehen sind. An der Straße hat man einen schmalen Weg zum Aussichtspunkt angelegt, von dem man die Grotte gut sehen kann.
Das Wasser in der Grotte ist wirklich tiefblau und unser Fahrer erklärt uns, dass leider wegen des Wellengangs heute kein Boot hineinfährt. Deshalb fahren wir auch nicht hinunter an die Küste.
Ein Stück weiter in Richtung Norden kommen wir zur Anchor Bay, wo sich tief unten das Filmdorf Popeye Village befindet.
Das bunte Dorf wurde 1979 als Filmkulisse für den Film "Popeye - der Seemann mit dem harten Schlag" gebaut. Es sollte ein romantisches Piratendorf mit dem Namen "Sweethaven" darstellen. Viele Einwohner Maltas haben damals in irgendwelchen Statistenrollen mitgespielt und deshalb wird es liebevoll gepflegt und dient heute als Freizeitpark.
Wir verzichten allerdings auf einen Besuch und fotografieren nur die Dorfkulisse. Danach fahren wir zurück zu unserem Hotel.

Montag, 26.3. 2018

Das Wetter ist so ungemütlich wie gestern und wir sind gar nicht begeistert von dem heftigen Wind. Um 9:00 Uhr starten wir zu unserem Ausflug, den wir bereits zu Hause mit unserem Halbpension-"Genusspaket" vorgebucht hatten. Es geht wieder mit 6 Bussen und jeweils 50 Fahrgästen los. Wir sitzen im Bus Nr. 4 mit Reiseleiterin Gabi, die das ganz nett macht und einige Neuigkeiten auf der Fahrt zu den San Anton´s Gardens erzählt. Wir lernen, dass man in Malta  "bonjou"  als Begrüßung sagt und dass "Grazzi" Danke heißt. Bei der Ankunft am Palastgarten fährt gerade irgendein Staatspräsident mit großem Begleitschutz aus dem Tor und anschließend dürfen wir hindurch.
Der Palast ist heute Residenz des maltesischen Staatspräsidenten; zur Zeit der Johanniter war er Regierungssitz des Großmeisters und der umliegende Garten wurde zum Spazierengehen und als Ort der Stille und Besinnung angelegt. Das ist er mit seinen Springbrunnen und kleinen Teichen heute noch, aber es muss halt alles bewässert werden, sonst vertrocknen die Blumen und exotischen Pflanzen, die man dort angesiedelt hat.
Hier einige Bilder aus dem Garten:

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Die Fahnen Maltas und des Gastlandes wehen über dem Palast

Anschließend geht es weiter zur Blauen Grotte, die wir zwar schon vom oberen Aussichtspunkt gesehen hatten, aber diesmal fahren wir hinunter zur Anlegestelle der Boote. Die fahren auch heute nicht in die Grotte wegen des unruhigen Wellengangs. Das kann ich verstehen, als ich mich für ein Foto über die Klippen näher an den Eingang der Grotte heranwage:

Übrigens kann man von hier aus auch gut die Filfla-Insel sehen, die sich etwa 4 km vor der Küste aus dem Meer erhebt:
Die Insel war früher noch bewohnt, ist jetzt aber wegen der besonderen Vogelwelt ein Schutzgebiet und darf weder betreten noch mit einem Boot angefahren werden.
Die Fahrt geht weiter zum Crafts Village, wo in den alten Hangars der Royal Airforce aus dem zweiten Weltkrieg ein touristisches Outlet-Center entsteht.
Alle Tourbusse fahren dieses Zentrum an und wir natürlich auch. Man kann in den einzelnen Werkstätten Souvenirs aus der Manufaktur von Malta erwerben,   Porzellanmalerinnen und Silberschmieden zuschauen oder auch den Glasgestaltern und Glasbläsern. Wir kaufen aber nichts, obwohl gerade bei den Glasarbeiten einige schöne Stücke dabei sind.:
Um 16:30 Uhr sind wir wieder im Hotel und sehen die ersten Gäste mit einem All-Inclusive-Bändchen am Arm beim Abendessen. Daran merken wir, dass die Saison jetzt begonnen hat.
 
Dienstag, 27.3. 2018

Das Wetter sieht beim Aufstehen gar nicht so schlecht aus, denn es sind blaue Stellen am Himmel zu sehen.  Um 9:15 sind wir bei Herbert vor dem Hoteleingang und buchen die Gozo-Tour mit dem grünen Hop on-Hop off Bus von Supreme Tours für 20 Euro. Der Zubringer-Shuttle fährt uns zum Fähranleger, der etwa 1km von unserem Hotel entfernt ist. Das ist natürlich sehr bequem, denn im Normalfall wären wir das Stück auch zu Fuß gegangen. Wir nehmen die Fähre um 9:45 Uhr, wobei uns Herbert eingeschärft hat, nichts beim Einsteigen zu bezahlen, sondern erst bei der Rückfahrt ein Ticket zu lösen.

Gozo sieht schon von weitem deutlich grüner aus als Malta und am Hafen von Mgarr, den wir nach 20 Minuten anlaufen, stehen schon die Sightseeing Busse bereit, um alle Touristen aufzunehmen, die jetzt mit der Fähre herübergekommen sind. Es sind erstaunlich viele Schüler- und Studentengruppen dabei.


Hafen von Mgarr

Der grüne Bus steht direkt neben dem Terminal und ist ziemlich voll. Wir setzen uns nicht oben aufs offene Dach, weil es uns zu kalt und windig ist. Das ist auch gut so, denn bald fängt es an zu regnen. Glücklicherweise schaffe ich noch einen Schnappschuss auf den Hafen von Mgarr, bevor der Regen auch die Sicht durch die Fenster verdirbt und und alles milchig erscheinen lässt:


Blick auf den Hafen von Mgarr auf der Insel Gozo - im Hintergrund die Insel Comino

Das ist die Busroute:
Auf dem Weg nach Norden erfahren wir im Audioguide auf deutsch die wichtigsten Einzelheiten über die Insel und ihre Bewohner. Hier lebten schon vor 5000 Jahren Menschen, die über Sizilien eingewandert waren. Später nahmen die Phönizier sie in Besitz, danach die Römer, Araber und die Johanniter. Napoleon nahm sie auf dem Weg nach Ägypten ein und schließlich auch die Engländer, die ihr den Stempel bis heute aufdrückten.
Dadurch, dass sich auf dem Kalksandsteinboden mehr Humus abgelagert hatte als in Malta, ist der Boden etwas fruchtbarer. Außerdem gibt es einige unterirdische Quellen, sodass die Wasserversorgung der Bevölkerung und für die Landwirtschaft gesichert ist. So schaffen es die Bauern von Gozo, die Insel Malta zu 50% mit Kartoffeln und Tomaten zu versorgen. Die gesamte Insel ist von der Landwirtschaft und kleinen Dörfern geprägt. Die Hauptstadt Victoria hat 6000 Einwohner und einen städtischen Charakter, die restlichen 30 000 verteilen sich über kleinere Dörfer.
Den ersten Stopp machen wir an der Ramla Bay. Wir haben großes Glück, dass der Fahrer eine Zigarettenpause braucht und es zu regnen aufgehört hat. Dadurch können wir nämlich aus dem Bus aussteigen und den kleinen Weg zu dem Aussichtspunkt entlang spazieren, von dem aus man einen sehr schönen Blick auf die Bucht hat.


Ramla Bay

Die 300 Meter lange Bucht mit dem orangefarbenen Sand ist sicherlich die schönste Badebucht von Gozo. Das Wasser schimmert türkisgrün bis blau und ich bin sehr froh, dass die Sonne kurz durch die Regenwolken scheint und den Strand beleuchtet. So kann ich wenigstens ein schönes Foto schießen. Jetzt ist die Bucht wegen des schlechten Wetters leer, aber sicher im Sommer überfüllt, weil es sonst kaum Sandstrände hier gibt.
Die Zeit reicht auch noch zu einem leichten Abstieg zur Calypso Cave. Das ist die Grotte, wo nach der Odyssee von Homer die Nymphe Kalypso Odysseus sieben Jahre lang in ihrem Bann gehalten hat, als er hier gestrandet war. Diese Grotte ist seit einigen Jahren schon wegen Einsturzgefahr für die Öffentlichkeit gesperrt, aber die verwilderten Eingänge in den Felsen lassen durchaus die Fantasie zu, dass es hier gewesen sein könnte.
Leider ist das alles wissenschaftlich nicht gesichert und viele Inseln im Mittelmeer beanspruchen für sich, dass Odysseus dort gestrandet sei und Kalypso ihn festgehalten habe.
Wir wären gern länger hier geblieben, aber dann hätten wir 45 Minuten hier festgesessen, bis uns der nächste Bus mitgenommen hätte.
So geht die Fahrt weiter über die Dörfer nach Xaghra, dem nächsten Haltepunkt, wo die berühmten Ggantija-Tempel aus der Steinzeit sind. Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, diese Tempelanlage zu besichtigen, aber als wir jetzt aus dem Busfenster schauen und die


Höhlen an der Ramla Bay


Die Reste der prähistorischen Tempelanlage Gigantija (Bild aus dem Prospekt von www.visitmalta.com/gozo)

Regentropfen wieder auf die Scheiben klatschen, haben wir nur noch wenig Lust dazu und bleiben sitzen, als der Bus dort hält. Stattdessen schauen wir uns den Prospekt von visitmalta.com/gozo an, in dem ein Bild von der Anlage bei schönem Wetter ist. Wenn wir noch einmal hierhin kommen, wollen wir den Tempel besuchen.

Die Fahrt geht weiter über die Dörfer, von denen wir schon von weitem die Zitadelle von Victoria sehen können.

Am Busbahnhof von Victoria steigen wir aus und merken uns den Einsteigepunkt für die Rückfahrt.

Danach spazieren wir  über die Pjazza i-Indipendenza, auf der wegen des kühlen Wetters heute nicht viel los ist  Einige  Meter weiter führt die Straße mit Treppen zur Zitadelle hoch.

Die Mauern der gewaltigen Festung sind beeindruckend, wenn man oben am Eingang angekommen ist:


Zuerst gehen wir ins Besucherzentrum, das sehr modern gestaltet ist und lassen uns von den audiovisuellen Darstellungen an den Wänden die Geschichte Maltas und der Johanniter erzählen. Das ist alles sehr interessant gemacht. Wir lösen eine Kombi-Eintrittskarte - die man für die Zitadelle eigentlich gar nicht braucht, sondern die vielmehr für die einzelnen Museen ist, die sich in der Anlage befinden.
Danach steigen wir die schmalen Gänge und Gassen hinauf zu den oberen Ecktürmen. Man kommt dann auch am Gefängnis vorbei, wo einstmals gefangene Ritter Buße tun mussten.


Aufgang zu den oberen Bastionen

Gefängniszelle
Da wir schon die Waffen der Johanniter im Großmeisterpalast in Valletta gesehen haben, verzichten wir auf einen Besuch in der Waffenkammer und dem Pulvermagazin. Das Kathedralmuseum und das archäologische Museum heben wir uns auch auf für einen späteren Besuch. Hier einige Bilder von der Zitadelle:
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Blick über die Insel von einer Bastion aus

Von oben hat man einen fantastischen Rundblick über die gesamte Insel. Allerdings sehen wir dadurch auch in der Ferne die Regenwolken aufziehen und beeilen uns, unten auf dem Platz der Unabhängigkeit ein geschütztes Eckchen in einem Café zu finden, um uns etwas aufzuwärmen. Das gelingt uns auch und anschließend schlendern wir durch die schmalen Gassen von Victoria, sind enttäuscht von dem Markt, der aus ein paar Buden mit billigen Klamotten besteht und betrachten die Auslagen der Souvenirläden, die aus Keramik-, Glas- und Textilprodukten bestehen.
Danach müssen wir uns beeilen, um rechtzeitig den Hop-on-Hop-off-Bus zu erwischen. Der bringt uns zwei Haltestellen weiter nach Ta Pinu, wo wir die Wallfahrtskirche besichtigen wollen.
Die Kirche mit dem separat stehenden Glockenturm wurde 1920-1932 an der Stelle gebaut, wo sich früher eine kleine Kapelle befunden hat. In dieser soll ein Wunder geschehen sein, das angeblich auch von der katholischen Kirche anerkannt worden ist: Eine Frau aus dem Nachbarort Gharb habe dort eine Marienerscheinung gehabt und sei von Maria aufgefordert worden, ein Ave Maria zu beten. Das habe sie getan und als sie nach Hause gekommen sei, sei ihre kranke Mutter gesund gewesen. In neuerer Zeit haben zwei Päpste diesen Ort besucht und nun sind mit Hilfe von EU-Geldern vier schöne Rundbögen mit Mosaiken entstanden, die die Geschichte der Heiligen Familie darstellen:


Mosaikbögen auf dem Platz vor der Kirche

Mit dem nächsten Hop-on-Hop-off-Bus fahren wir weiter bis zum Azure Window. Das war einmal eine der größten Attraktionen von Gozo und zog viele Touristen an. Am 8. März 2017 stürzte es während eines Sturms vollständig ein. Jetzt steigen nur noch zwei Touristinnen an dieser Stelle aus, alle anderen fotografieren wie wir den Felsblock nur noch vom Dach unseres Sightseeing-Busses.

Die Fahrt geht weiter durch enge Gassen bis an die Südküste nach Xlendi. Das ist ein kleines Fischerdorf, das in unserem Reiseführer mit 3 Sternen als besonders sehenswert gekennzeichnet ist. Als wir dort aussteigen, sind wir zunächst einmal enttäuscht, denn es erscheint uns nicht als romantisches Fischerdorf mit einer wunderschönen Bucht, sondern als  wenig attraktiver Ort.
Auf der linken Seite der steinigen Bucht mit dem Bootsanleger sehen wir nur hohe Wohngebäude mit Ferienwohnungen und Kräne, die für noch höhere Häuser sorgen.
Auf der rechten Seite der Bucht ist das eigentliche Fischerdorf, das total zugebaut und zugemüllt ist.
Selbst das vor kurzem renovierte Standbild des Heiligen Andreas, des Schutzpatrons der Fischer, ist umgeben von Booten, Anhängern, Netzen und abgelegten Werkzeugen. Noch schlimmer sieht es aus, als wir hinter den Häusern einen Weg suchen, um den Treppenaufgang auf den Hügel zu finden.
In unserem Reiseführer steht nämlich, dass es links und rechts von der Bay zwei schöne Wanderwege gibt: der eine führt auf den Berg hinauf, von dem man die Bucht gut überblicken kann und der andere führt zu dem alten Wachtturm.
Das kann man  auf dem Foto gut  erkennen. Wir klettern die engen Stufen auf der rechten Seite der Bucht hinauf und haben von oben tatsächlich einen sehr schönen Blick auf die Bucht und den Hafen. Malerisch erscheint er uns dennoch nicht:


Bucht und Hafen von Xlendi

Von hier aus bringt uns der Bus wieder nach Mgarr zurück, wo wir um 16:45 Uhr die Fähre nach Malta bekommen. Im Hafen wartet tatsächlich der Shuttlebus von Supreme Travel, der uns zurück zum Hotel bringt. Das klappt perfekt.

Am Abend verliert Deutschland im Fußball-Freundschaftsspiel gegen Brasilien mit 0:1, aber das ärgert uns nicht, denn wir schaffen es noch, online für den nächsten Tag einzuchecken, die Sitzplätze zu reservieren und unsere Bordkarten an die Rezeption zu schicken. Die druckt sie uns freundlicherweise aus.
 

Mittwoch, 28.3. 2018

Als wir beim Frühstück sitzen, ist wunderschönes Wetter. So ist das eben, wenn man abreist: Die ganze Woche war kühles Wetter und heftiger Wind - und jetzt wird es schön und es weht nicht mal ein kleines Lüftchen. Die Abholung mit dem Bus klappt reibungslos und nach einem Abstecher zum Ramla Bay Hotel kommen wir um 12:00 Uhr am Flughafen an. Die Abfertigung geht schnell und um 14:10 Uhr startet unsere Maschine der Malta Air nach Düsseldorf, wo wir in weniger als 3 Stunden landen.

Das war´s von Malta. Ich hoffe, der Reisebericht hat Ihnen gefallen und es sind ein paar brauchbare Informationen für Sie dabei, wenn Sie vorhaben, Malta zu besuchen.  Vielleicht haben Sie aber auch Interesse an anderen Reiseberichten von mir. Schauen Sie doch mal auf meine Reiseseite!

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