Reisebericht Kapverden:  Strandurlaub auf Sal

Wir hatten uns für  einen Urlaub auf den Kapverden entschieden, weil meine Frau von ihrer Friseuse einen Tipp bekommen hatte, die die Inseln wirklich toll fand. Sie hatte 14 Tage auf der Insel Sal im Hotel Morabeza verbracht und war total begeistert. Von dieser Begeisterung haben wir uns anstecken lassen. Natürlich informierten wir uns dann im Internet und fanden heraus, dass die beste Reisezeit wohl der Februar und März sein müsste, weil um diese Zeit die Temperaturen noch nicht so hoch sind und die wenigsten Regentage zu verzeichnen sind. Schließlich wollten wir ja den Winter in Deutschland überbrücken.

Als wir im Internet recherchierten, fanden wir heraus, dass das Hilton Cabo Verde Resort Sal im September 2017 gerade neu eröffnet hatte und zu einem günstigen Preis mit Halbpension bei Schauinsland Reisen zu buchen war. Mit diesen Informationen ging ich ins Reisebüro und bekam dort denselben Preis. Ich erfuhr, dass man ein Touristenvisum für die Kapverden benötigte und dass die Inseln immer noch den Escudo als Währung haben, der allerdings fest an den Euro gekoppelt ist. Der Umrechnungskurs war ziemlich einfach, denn für einen Euro bekam man amtlich zwar 110 Kapverden Escudos (CVE), aber in der Realität wurde immer 1:100 gerechnet.
Der Reiseveranstalter Schauinsland bot uns an, das Visum direkt vorab zu beantragen. Es handele sich um ein ticketloses Visum, wurde mir erklärt, mit dem bei der Einreise die Daten lediglich mit dem Reisepass abgeglichen würden. So bezahlte ich 25 Euro und gab meine Reisepass-Daten an. Daraufhin bekam ich eine Bestätigungs-E-mail und hoffte, dass damit alles erledigt sei, was sich später als Irrtum herausstellen sollte.
 

Montag, 5.2. 2018

Es ist nicht gerade angenehm, morgens um drei Uhr aufstehen zu müssen, wenn es draußen kalt ist und leicht geschneit hat. Aber was will man machen, wenn der Flug von Düsseldorf auf die Kapverden um 06:00 Uhr startet? Wir sind schon froh, dass es ein Direktflug ist und wir nicht in Lissabon umsteigen müssen. Das Einchecken bei TUI fly geht schnell, obwohl eine lange Warteschlange vor dem Schalter 238 steht.  Um 05:30 beginnt das Boarding und um 06:00 Uhr sind alle 189 Sitzplätze der Boeing 737-800 belegt. Wir sitzen in Reihe 2 und wissen nicht, ob unsere Entscheidung für einen XL-Sitzplatz richtig war, denn alles ist ziemlich eng. Aber man kann wenigstens die Beine übereinander schlagen.
Um 6:15 Uhr startet die Maschine und 6 Stunden später überfliegen wir die Insel Sal. Die sieht von oben ziemlich kahl und braun aus. 15 Minuten später landen wir auf  der Nachbarinsel Boavista, wo 55 Fluggäste aussteigen, während wir im Flugzeug sitzen bleiben. Die Maschine wird betankt und nimmt die Rückkehrer nach Düsseldorf auf. Vor dem Weiterflug nach Sal zählen die Stewardessen alle Insassen


Die Kapverden in Google Maps

und kontrollieren das Handgepäck. Der Flug nach Sal dauert nur 10 Minuten. Hier ist es jetzt 10:45 Uhr statt 12:45 Uhr bei uns. An der Immigration geht es relativ schnell; meine Frau kommt auch glatt durch die Passkontrolle, während mir die Einreise wegen eines fehlenden Visums verweigert wird. Auch mein Hinweis, alles sei bezahlt, hilft nicht. Dummerweise hat meine Frau die Quittung in ihrer Handtasche und ist schon am Gepäckband, während ich mich nun am Schalter anstellen soll, um ein Visum zu kaufen. Ich pfusche mich noch einmal an einer anderen Passkontrolle durch, aber dort ist das gleiche Ergebnis: Mein Visum fehlt. Das ist alles sehr ärgerlich und ich reihe mich notgedrungen in die Warteschlange derer ein, die ebenfalls kein Visum haben.
Inzwischen hat meine Frau unser Gepäck geholt und wartet hinter der Absperrung. Ich rufe ihr zu, dass ich unbedingt die Quittung über das Visum brauche und sie reicht es mir herüber, als ich bei dem Grenzschutzbeamten stehe. Der sagt auch erst Nein, aber akzeptiert die Quittung, setzt einen Stempel in den Pass und lässt mich durch. Irgendwie ist das alles sehr seltsam!.
Draußen in der Ankunftshalle wartet Elke von Schauinsland-Reisen und sagt, als wir uns zu erkennen geben: "Dann sind wir jetzt komplett." Wir sind nämlich die einzigen Gäste, die zum Hilton fahren. Ein Pickup steht bereit, mit dem wir 20 Minuten durch die karge, braune Landschaft fahren.
Das Hilton Cabo Verde Resort Sal liegt am Rand des Örtchens Santa Maria an der Avenida des Hoteles, die gut asphaltiert ist. Auf der linken Seite stehen alles Hotelblocks und auf der rechten Seite viele bunte Ferienwohnungen. Der Bauboom ist in vollem Gange, denn aus dem stillen Fischerdörfchen der 80er Jahre hat sich ein Touristenzentrum entwickelt, indem man den kilometerlangen Sandstrand jetzt mit Hotels vollpflastert. Überall stehen Baukräne, um den Touristenstrom aufzunehmen, der in den nächsten Jahren erwartet wird.


Die Avenida des Hoteles in Santa Maria


Der Eingang zum Hilton Resort

Den großen Schildern nach zu urteilen sind es vor allem italienische Firmen, die hier die Hotelburgen errichten. Viele Leute sollen außerdem animiert werden, hier in Eigentumswohnungen zu investieren. Die Grundstücke und Wohnungen sind relativ preiswert; allerdings merkt man an allem, dass man in afrikanischen Breiten ist: Alles ist voller Wüstenstaub, alles ist trocken und wenig gepflegt. Vieles ist halbfertig und verlassen, weil das Geld ausgegangen ist. Die Infrastruktur fehlt völlig und die Preise für Energie, Wasser und Lebensmittel sind ziemlich hoch. Von Einheimischen erfahren wir, dass die Inseln ein großer Umschlagplatz für Drogen aus Brasilien sind und die Drogenbarone hier das Geld waschen.


Die Südspitze von Sal aus dem Flugzeug

Auf dem Foto von der Südspitze der Insel Sal, das ich aus dem Flugzeug aufgenommen habe, kann man gut erkennen, wie sich die Investoren die Entwicklung der  der Insel zu einem riesigen Touristenzentrum vorstellen: Im Vordergrund links befindet sich das Riu Funana zusammen mit dem Riu Palace Cabo Verde mit insgesamt 2100 Betten, das schon seit einigen Jahren in Betrieb ist. Die halbrunde Anlage auf der rechten Seite ist im Rohbau und wird das New Horizons Ponta Sino Resort. Der Pfeil zeigt auf das Hilton Resort, rechts daneben liegt das Crioula Resort, das Ende 2018 seine Pforten schließt und nach dem kompletten Umbau ab 2019 ein Robinson Club sein wird. Da noch viele Flächen mit erstklassiger Strandlage frei sind, werden die Hotelkonzerne auch die noch zubetonieren. Anscheinend hat TUI die Insel voll in seiner Hand, denn überall sieht man die blauen TUI-Busse mit Feriengästen über die Insel fahren.

Im Hilton werden wir freundlich empfangen, aber das Zimmer 2059 ist natürlich um die Mittagszeit noch nicht fertig.  So setzen wir uns in das Strandrestaurant und  genehmigen uns einen Cappuccino mit einem Mangotörtchen. Die Preise hier im Hilton sind ganz schön hoch (5 Sterne lassen grüßen!), denn wir bezahlen dafür 1900 Escudos, bei dem gängigen Umrechnungskurs von 100:1 sind das 19 Euro.


Ausblick vom Balkon des Zimmers 2059 über den Pool aufs Meer
Es ist ziemlich windig; daran müssen wir uns erst  gewöhnen. Wenn die Sonne scheint, ist es sehr angenehm bei 23-25°C, wenn sie aber hinter den Wolken verschwindet, wird es sofort frisch. Die Hotelgäste, die schon länger hier sind, stört das aber offensichtlich wenig, denn fast alle Liegen sind belegt mit sonnenhungrigen Europäern. Viele englische, russische und französische Sätze hören wir um uns herum, besonders viele aber von Italienern.
Unser Zimmer 2059 im 2. Stock ist sehr schön und erfüllt den 5-Sterne Anspruch bis auf die fehlende Toilettenbürste und die Waschlappen. Der kleine Balkon mit zwei Korbsesseln und einem Glastisch ist windgeschützt und nach Süden ausgerichtet. Über dem Schreibtisch sind Steckdosen mit USB-Ladebuchsen, der Satellit-TV empfängt auch das ZDF und die Minibar ist gut gefüllt. Der WLAN-Empfang ist

mit 5 Mbit/s beim Download erstaunlich gut und kostenlos. Wer mehr haben will, kann das für 11 Euro pro Tag auch bekommen.


Zimmer 2059

Wer mehr über das Hotel wissen will, dem empfehle ich meine ausführliche Bewertung bei Holidaycheck und im Tripadvisor. Bei unserem ersten Rundgang zum Strand merken wir, wie windig es ist. Es sind zwar Windschutzgeflechte hinter den Liegen angebracht, aber alle Leute kuscheln sich in windgeschützten Ecken. Das Beachrestaurant "Bounty" ist ebenfalls offen und zugig, sodass man im Schatten friert.


Auch an den Nachbarhotels haben sich alle Urlauber hinter den Liegen verschanzt, um dem Wind zu entgehen. Im Meer baden nur wenige.
Irgendwie scheint es die falsche Saison zu sein, zu der wir hier sind. Wir hatten uns vorher informiert, dass im Februar und März die beste Reisezeit sein soll, weil es dann noch nicht so heiß ist. Wir hätten aber uns die Windkarte der Surfschulen anschauen sollen, denn die zeigen auf ihren Diagrammen für diese Zeit den kräftigen und anhaltenden Wind.
Der feine Sand wird über den Strand geweht und massiert die Waden. Man muss aufpassen, dass man nicht zum "Sandmännchen" wird und auch die Kamera schützen, damit der Sand nicht ins Objektiv dringt.
Das Büffet am Abend ("mexican buffet") ist sehr ordentlich, aber wir sind sehr ärgerlich, weil es kaum möglich ist, einen windgeschützten Platz in dem Restaurant zu finden. Es gibt nämlich keine Türen und keine Fenster, sondern das Restaurant ist von einer Seite völlig offen, sodass der kühle Wind mit voller Breitseite hineinweht. Irgendwie muss das ein Fehler des Architekten sein, denn man kann doch nicht solch einen Raum konzipieren, wenn man die Windverhältnisse auf der Insel kennt. Wir sind froh, eine Jacke angezogen zu haben, denn die Temperatur ist am Abend auf 18°C gesunken.
Auch die Hotelbar ist offen und hat weder Türen noch Fenster. Man sitzt dort sehr ungemütlich und wahrscheinlich ist deshalb da auch nicht viel los. Immerhin liegt sie zur windgeschützten Seite hin.


Die Hotelbar hat keine Türen und Fenster nach draußen

Dienstag, 6.2. 2018

Unsere Freude mit dem schönen Zimmer währt nicht lange, denn schon nach dem Frühstück stellen wir fest, dass Wasser unter dem Waschtisch im Bad herausläuft. Es kommen zwei Installateure, die erklären, dass die Reparatur länger dauern würde und wir in ein anderes Zimmer umziehen müssten. So packen wir alle unsere Klamotten zusammen, müssen aber noch eine Weile warten, weil nichts frei ist. Wir sollen Zimmer 3007 bekommen, was ich aber ablehne, weil es auf der Windseite liegt. So ziehen wir dann schließlich in Zimmer 2067 in der gleichen Etage um, wo der Balkon sonnig ist und eine windstille Ecke hat.
Mehr als 1 1/2 Stunden Sonne auf der Liegewiese werden uns aber nicht gegönnt, denn um halb vier verschwindet die Sonne hinter den Wolken und der Wind wird heftig.
Am Abend gehen wir pünktlich zum Restaurant und müssen noch warten, bis um 18:30 Uhr geöffnet wird. Wir reihen uns in die Warteschlange ein und wundern uns, dass so viele Gäste so früh zum Abendessen gehen. Trotzdem gelingt es uns nicht, eine der drei begehrten Nischen hinter dem Eingang zu ergattern, weil die anderen Gäste vor uns natürlich wissen, wo es windstill ist.

Mittwoch, 7.2. 2018

Wir sind um viertel vor acht beim Frühstück und bekommen eine der begehrten gepolsterten Sitzecken am Eingang. Der Himmel ist bedeckt und die Sonne will nicht durch die Wolken scheinen. Es ist ungemütlich - sogar in der windstillen Ecke auf dem Balkon. Die Temperaturen erreichen nicht einmal 17°C heute morgen. Wir machen mit langen Hosen, Socken, Hemd und Sweatshirt einen langen Spaziergang.

Donnerstag, 8.2. 2018

Das Wetter sieht am Morgen genau so grau und ungemütlich, als wir uns zu einem Spaziergang nach Santa Maria aufmachen. Der Gegenwind auf der Avenida des Hotels ist heftig und wir sind froh, uns warm angezogen zu haben. Anscheinend entwickelt sich der ehemalige kleine Fischerort zu einem großen Touristenzentrum, denn die rege Bautätigkeit und die Tafeln mit den Wohnungsangeboten signalisieren das. Die Straßen sind aber sauber und es liegt kein Unrat herum. Allerdings sorgt auch der kräftige Wind dafür, dass alles weggeweht wird.


In dem kleinen Städtchen ist nicht viel los; nur ein paar Touristen sind auf den Straßen. In dem roten Haus befindet sich ein afrikanischer Markt mit Souvenirs von den Kap Verden, Senegal, Gambia und aus Guinea.

Auf dem Pier ist mehr Betrieb, weil hier die Fischer ihren Fang anbieten, alles filettieren und direkt an die Restaurants oder Einheimische verkaufen. Viele Touristen schauen interessiert zu und manche kaufen auch Fische.  Die Abfälle werden direkt ins Meer geworfen und locken größere Fische an. Manche Fischer nutzen das aus und sitzen mit der Angel auf dem Anleger. Andere springen mit der Harpune ins Wasser und versuchen so ihr Glück.

Freitag, 9.2. 2018

Der erste sonnige Tag heute. Das nutzen wir aus und suchen uns einen windarmen Platz auf der Liegewiese. Bis halb vier hält sich das Wetter mit durchziehenden Wolken. Dann verschwindet die Sonne wieder und es wird ungemütlich wegen des heftigen kühlen Windes.

Samstag, 10.2. 2018

Der Morgen sieht wieder ziemlich grau aus, aber es sind immerhin einige blaue Stellen am Himmel zu entdecken. Der Wind ist kräftig und meine Frau bleibt den ganzen Tag auf der Liege am Pool und hat sich zugedeckt. Ich gehe am Strand entlang und schaue den Kite-Surfern und Sonnenanbetern zu, die sich aus herumstehenden Liegen einen Windschutz gebaut haben. Ohne den wird man nämlich am Strand von dem feinen Sand zugeschüttet. Das sieht man an den Dünen, die sich überall dazwischen gebildet haben.


Auch die Häuschen der Liegenvermieter und Strandwächter werden mit Sand zugeweht. Es ist nichts los am Strand.
Die Sonnendächer vom Hilton und auch von den anderen Hotels sind verlassen  und leer. Die Windabweiser aus Kork oder Holzgeflecht sind kein wirklicher Schutz gegen den feinen Sandstaub.

Ein paar unentwegte Surfer versuchen es mit ihren Kites, aber der Wind ist zu stark und meistens landen sie schnell im Wasser. Das Meer ist aber sauber und es liegen keine Steine oder Muscheln  im Sand.
 
Sonntag, 11.2. 2018

Der Wetterbericht verspricht Sonne und 22° für heute. Das gefällt uns, obwohl der Wind immer noch stark ist. Das gute Wetter hält sich bis 17:00 Uhr, dann verschwindet die Sonne und es wird ungemütlich. Am Abend ergattern wir glücklicherweise noch einen Platz in der dritten Nische im Restaurant und sind ganz zufrieden, weil wir das Büffet dort mir nur wenig Wind in Ruhe genießen können. Wir sind im Übrigen sehr froh, dass wir das Büffet am Abend bereits  als Halbpension bei Schauinsland-Reisen zu Hause gebucht haben. Denn wir haben dafür 23 Euro bezahlt, während es hier 35 Euro kostet.
Als wir ins Zimmer kommen, liegt dort ein Schreiben des Hotelmanagements, dass das Wetter für diese Jahreszeit ungewöhnlich kühl sei und ab morgen das Frühstück und Abendessen in den Ballsaal verlegt würde.

Montag, 12.2. 2018

Vom Rosenmontag merkt man hier nichts, obwohl im Fernsehen die Übertragung der Rosenmontagszüge aus Deutschland zu sehen ist. Das Frühstücksbüffet ist im Ballsaal aufgebaut und bis auf die beiden fehlenden Kochstationen identisch mit den vorigen Tagen. Man hat alles auf fahrbare Wagen aufgebaut. Da es wesentlich wärmer im Ballsaal ist, können wir auch unsere Jacken ausziehen und morgen wahrscheinlich auf die langärmeligen T-Shirts verzichten. Angenehmer als im Restaurant ist es aber in jedem Fall.
Wir sichern uns eine Liege in der windgeschützten Ecke an der Mauer und genießen die Sonne bei einem lauen Lüftchen bis gegen Mittag. Da zieht sich die Wolkendecke zu einer grauen Masse am Himmel zusammen und es fallen die ersten Regentropfen. Da wird es doch sehr ungemütlich und wir verziehen uns auf den Balkon.

Am Abend wird das mexikanische Büffet wieder im Ballsaal serviert und wir brauchen keine Jacke anzuziehen. Das freut uns sehr. Es sind jetzt deutlich mehr Gäste hier - vor allem viele Deutsche. Das hängt sicher mit den Karnevalstagen zusammen, die viele als Kurzurlaub genutzt haben.
Der Nachteil mit dem Büffet im Ballsaal wird uns jetzt aber deutlich vor Augen geführt, als einem Kellner die Käseplatte auf den Teppichboden fällt und sich der frische Feta-Käse dort verteilt. Da der Bereich nicht gleich abgesperrt wird, treten einige Gäste erst einmal alles breit, weil sie ihre Augen nur auf das Büffet und nicht auf den Boden gerichtet haben. Das sieht alles nicht sehr appetitlich aus.


Wegen des kühlen Wetters wird das Büffet in den Ballroom verlagert.

Dienstag, 13.2. 2018

Heute morgen erscheinen am Himmel wieder einige blaue Stellen zwischen den Wolken. Da sich die Zweige der Palmen nur wenig bewegen, erhoffen wir einen schönen Tag mit sommerlichen Temperaturen und wenig Wind. Aus diesem Grund gehe ich auch nach dem Frühstück sofort hinunter zum Pool, um uns zwei windgeschützte Liegen auf dem Rasen zu reservieren. Das ist auch nötig, denn die meisten Liegen sind schon belegt. Das Hotel scheint jetzt voll besetzt zu sein.
Leider verschwindet die Sonne schneller als gedacht und ich begebe mich erst einmal in den Fitness-Raum, der voll mit Laufbändern und Trainingsgeräten ist. Es ist auch ein Fitnesstrainer da, der mich fachkundig berät.
Anschließend erkunde ich die Umgebung des Hilton-Hotels in südlicher Richtung. Als erstes fällt mir beim Besuch des gegenüberliegenden Boutique Hotels "Dunas de Sal" auf, dass dort das Windproblem im Restaurant wesentlich besser gelöst wurde, denn es sind große Zeltplanen zwischen den Säulen gespannt, die den Wind abhalten.

Ein Stück weiter die Avenida des Hoteles entlang sieht es schaurig aus: Große Bauruinen säumen die Straße, wobei man nicht erkennen kann, ob den Bauherren das Geld ausgegangen ist oder aus anderen Gründen die Arbeit unterbrochen wurde. Es entsteht hier ein neues Touristendorf mit dem Namen "Urbanização Ponta Preta". Die Straße ist schon fertig mitsamt der Beleuchtung und führt von hier aus zu den Hotels an der Westküste, den beiden großen Riu-Hotels und ein Stück weiter zu dem Tui-Sensimar und zu den Melia-Hotels. Die Planung läuft darauf hinaus, dass hier ein neuer Stadtteil von Santa Maria entstehen soll, der später mit dem Zentrum verbunden werden soll. Hier sollen Restaurants gebaut werden, eine Krankenstation und und Geschäfte. Vorerst sind es jedenfalls nur Betongerippe, die längs der Straße zu sehen sind.

Wenn Sie sich dafür interessieren, wie sich die Baulücken schließen sollen, habe ich dazu hier ein paar Aufnahmen:
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Karte von der Ponta Preta mit den Hotels

Am Ende der ausgebauten Avenida de Hoteles gibt es dann nur noch Sand und Schutt. Die rege Bautätigkeit erkennt man an den Kränen und Baggern, allerdings ist nirgendwo ein Bauarbeiter zu entdecken. Zwischen den Schutthaufen, zwischen denen dennoch die gelben Wüstenblumen sprießen, erscheint das riesige Riu Funana als Club Resort, das mit 5 Sternen dennoch ziemlich preisgünstig ist.

Es liegt quasi mitten in der Wüste und teilweise ziemlich weit weg vom Strand. Immerhin sind dort Palmen gepflanzt, die schon 2m hoch sind. Aber obwohl es auf der windabgewandten Seite der Insel liegt, wird es dennoch vom Wind erfasst. Man sieht das nämlich an an den umgekippten Strandliegen, hinter denen sich die sonnenhungrigen Badegäste verschanzen.
Allerdings gefällt mir der Strand besser als der bei uns vor dem Hilton, denn hier ist das Wasser ruhiger, türkisgrün und wegen der viel niedrigeren  Wellen viel besser zum Schwimmen geeignet.


Schöner Strand am Riu Funana auf der Westseite der Insel Sal

Es sind auch viel mehr Kinder mit ihren Eltern im Wasser. Eine Surfschule und eine Tauchschule zeugen davon, dass es sich hier um ein aktives Clubhotel mit vielen Sport- und Unterhaltungsmöglichkeiten handelt. Die Restaurants und die Ladenstraße sehen gut aus, aber alles ist für großen Massenbetrieb ausgelegt.

Als ich am Abend von meiner Strandwanderung zurück ins Hilton komme, ist das Zimmer noch nicht gemacht und der Balkon nicht vom Staub und den Vogelresten befreit. Dafür kommt der Kellner mit einer Einladung zum Valentins-Dinner morgen Abend im Bounty Restaurant vorbei, das er uns für 60 Euro anpreist.

Mittwoch, 14.2. 2018

Kein Wind heute morgen und ziemlich diesiges Wetter. Es ist aber nicht kühl und wir können im T-Shirt zum Frühstück gehen. So wünschen wir uns das Wetter und hatten es eigentlich auch für die Kapverden erwartet. Um halb zehn liegen wir bei lauem Wind, leichtem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen auf der Liege am Pool und lesen. Genau so hatten wir uns die drei Wochen Urlaub und Entspannung hier vorgestellt. Das Wetter hält sich bis zum frühen Nachmittag und dann wird es leider wieder ungemütlich.
Am Abend startet - seltsamerweise für den heutigen Aschemittwoch - um 19:00 Uhr ein Karnevalszug vom Hotel aus nach Santa Maria. Viele Kinder sind dabei in gleichartigen roten,  blauen oder gelben Kostümen. Laute Sambaklänge hören wir bis zum späten Abend von der Straße und von Santa Maria.

Donnerstag, 15.2. 2018

Es regnet heute morgen und der Himmel ist grau verhangen. 19° C sagt uns der Wetterbericht und prophezeit Regen und starke Bewölkung. Das gefällt uns gar nicht. Beim Frühstück ist unheimlich viel Betrieb und wir finden nur mit Mühe einen freien Tisch im Ballsaal. Inzwischen sind viele Familien Kindern hier und der Teppichboden im Ballsaal freut sich über Kaffee, Milch, Schokolade und Quark vom Büffet.
Der Tag ist traurig, weil es draußen sehr trübe aussieht und manchmal Regentropfen fallen. Das bleibt den ganzen Tag so.  Der Cappuccino in der Poolbar schmeckt scheußlich und der Fernseher funktioniert auch nicht.

Freitag, 16.2. 2018

Vor dem Frühstück und nach dem Frühstück fallen Regentropfen. Ich lasse mich nicht entmutigen und mache einen langen Spaziergang nach Santa Maria.

Die Strandpromenade von Santa Maria endet genau vor dem Hilton Hotel. Bis hierhin ist alles gepflastert, danach nur noch Sand. Das Pflaster selbst ist ein Kreuz für alle, die mit nackten Füßen oder Strandsandalen darauf laufen wollen, denn die Arbeiten sind nach afrikanischer Manier so schlecht ausgeführt worden, dass Wind und Sand die Fugen teilweise so ausgewaschen haben, dass aus den Pflastersteinen Stolpersteine geworden sind.
Immerhin kommt man auf diesem Wege in 10 Minuten bequem zum Pier und zur Uferstraße, wo sich das Leben des Örtchens konzentriert. Hier verkaufen die Fischer ihren Fang, hier bieten die Souvenirhändler ihre Sammelstücke oder Kunstwerke an und werden die Ausflüge oder Tickets für Events vermittelt.


Blick vom Pier in Santa Maria nach Südwesten in Richtung auf die Hotels


Blick vom Pier in Santa Maria nach Südosten in Richtung Ortsmitte

Auf dem Strandbereich vom Pier zur Ortsmitte befinden sich einige kleine Hotels, die durchaus einen gewissen Charme ausstrahlen. Wer Interesse an preiswerten Unterkünften abseits der großen Hotelszenerie hat, für den ist hier sicher etwas dabei:
Der Ort Santa Maria selbst ist nicht besonders interessant. Ein einziger Supermarkt ist vorhanden zum Einkaufen für die wichtigsten Nahrungsmittel und Getränke. Die sind relativ teuer. Dazu muss man natürlich verstehen, dass alles per Schiff importiert werden muss, weil auf der Insel nichts wächst. Wer sich also selbst versorgen muss, weil er in einer Ferienwohnung wohnt, hat es nicht einfach.
Die abendliche Unterhaltung ist begrenzt. Beliebt ist die Disco Pirata, die auf dem rechten Foto abgebildet ist. Zu empfehlen sind die vielen kleinen Restaurants, die preiswerte und gute Fischgerichte empfehlen, denn der Fisch ist fangfrisch. Die Getränkepreise sind ähnlich wie bei uns in Deutschland. Einige Restaurants bieten am Abend Live Music oder besondere Events an. Ansonsten ist das ehemalige Fischerdorf Santa Maria eben ein Dorf, wenn auch mit vielen Touristen.
Darüber hinaus veranstalten die einzelnen Hotels natürlich jeden Abend besondere Shows. Wer also einen Urlaub im Riu, im Melia oder im  Vila do Farol gebucht hat, braucht sich da keine Sorgen zu machen, denn dort ist jeden Abend etwas los.
Vorn am Strand tummeln sich die Jugendlichen des Ortes mit ihren Surfbrettern in den anrollenden Wellen. Die sind nicht besonders stark, aber für Anfänger haben sie die richtige Höhe. Zum Schwimmen ist nur der rechte Teil bis zum Pier geeignet, weil auf der anderen Seite dicke Steine im Wasser liegen. Die meisten Touristen schwimmen hier auch nicht, sondern schauen den Jungen im Wasser zu, machen Selfies mit den Einheimischen oder suchen sich unter den Beachboys eine Bekanntschaft für den Abend.
Samstag, 17.2. 2018

Um 6:12 Uhr werden wir durch die schrille Sirene des Feueralarms geweckt.  Aber irgendwie wird die nicht von allen Gästen ernst genommen, denn auf den Gängen treffen wir nur wenige, die sich nach draußen bewegen. Es kommt auch keine Entwarnung, sodass unsere Nachfrage bei der Rezeption unbeantwortet bleibt.
Das Wetter ist leider nicht anders als gestern: Einige Regentropfen fallen, graue Wolken ziehen vorüber und nur ab und zu findet ein Sonnenstrahl durch die Wolken. Der Fernseher funktioniert nicht und das Frühstücksbüffet ist heute mager, weil es keine Cornflakes gibt, sondern stattdessen selbst gemachte Grenola. Bananen und Orangen fehlen, nur Melonen, Äpfel und Ananas sind frisch, der Rest ist Dosenobst.
Gegen Mittag scheint aber die Sonne und es ist angenehm auf der Liege am Pool, weil ein leichter Wind weht. Das täuscht aber gewaltig, denn als wir zum Strand gehen, weht dort ein heftiger Wind.
Als wir am Spätnachmittag ins Hotel zurück kommen, merken wir, wie viel Sonne wir mitbekommen haben und wie stark doch die afrikanische Sonne ist. Unser Blick in den Spiegel bestätigt das.
Am Abend wird das "asiatische Büffet" wieder im Ballsaal ohne Kochstationen serviert. Es ist viel mehr Betrieb als vorige Woche. Offensichtlich haben jetzt mehr das Halbpensionsangebot gewählt. Und es sind mehr Deutsche da.

Sonntag, 18.2. 2018

Wir sind total erfreut, einige blaue Stellen am Himmel zu sehen, als wir um 7:30 Uhr aufstehen. Warmes Wasser gibt es heute nicht und der TV funktioniert auch noch nicht. Das Frühstück findet wie immer im Ballroom statt. Am Vormittag weht ein leichter Wind und der Himmel ist bedeckt. Ab und zu kommen ein paar Sonnenstrahlen durch die Wolken, aber es fallen auch ein paar Regentropfen.

Ich mache einen langen Spaziergang zur Südspitze der Insel. Der kilometerlange breite Sandstrand eignet sich natürlich wunderbar für Strandwanderungen. Dass viele davon Gebrauch machen, sieht man an den Fußspuren im Sand. Sie müssen allerdings schon früh los marschiert sein, denn jetzt um die Mittagszeit nicht nicht mehr viele unterwegs.
Es weht ein kräftiger Wind und der Strandwächter auf dem rechten Bild hat sich nicht nur warm angezogen, sondern auch seinen Wachtturm mit einem Windschutz versehen, damit er dahinter ein Nickerchen machen kann. Es ist kein einziger Surfer unterwegs, auf den er aufpassen muss.
Auch bei dem bedeckten Himmel ist der Blick auf blaue oder türkisfarbene Meer mit den anlaufenden Wellen sehr schön.
Es handelt sich um einen Naturstrand, der erstaunlich sauber ist. Man findet keine Muscheln, kein Plastik, kein Seegras und keine Abfälle. Man darf nur nicht nach rechts auf die Landseite schauen, denn da gibt es nur Baustellen und Kräne zu sehen.

Wenn man sich der Südspitze nähert, wird es einsam, obwohl die Fußspuren weiter um die Südspitze herum bis zum Riu Furnana führen. Ein kleiner Leuchtturm steht auch da, den man leider nicht besteigen kann, weil die Türen verrostet und verschlossen sind. Von oben hat man bestimmt einen schönen Blick über die Insel.
Montag, 19.2. 2018

Am Morgen sieht es genau so aus wie gestern grauer Himmel mit wenigen blauen Stellen. Aber der Wind scheint nicht so stark zu sein.  Ich sage an der Rezeption noch einmal Bescheid, weil der Fernseher immer noch nicht funktioniert. Ich telefoniere mit der Reiseleiterin Elke von Schauinsland-Reisen, um einen Ausflug über die Insel zu buchen. Sie antwortet mir aber, das sei im Augenblick wegen des schlechten Wetters nicht günstig und würde sich nur lohnen, wenn mindestens 4-6 Teilnehmer vorhanden wären. Sie könne uns lediglich auf die Warteliste schreiben.

Dienstag, 20.2. 2018

Der Wind hat tatsächlich nachgelassen, aber der Himmel ist immer noch grau. Interessanterweise sind es zwei Wolkenschichten, die übereinander in verschiedene Richtungen ziehen. Ich spaziere heute durch die Anlagen  der Nachbarhotels und schaue mir das Crioula an, den Bravo Club Vila do Farol  und Das Dunas de Sal.


Der Bravo Club Vila do Farol hat eine künstliche Sandfläche um den Pool  geschaffen. Dadurch geht kaum jemand an den Strand, sondern alle Gäste liegen um den Pool herum. Die kleinen Häuschen ringsherum sind ziemlich einfach in der Einrichtung, aber das Restaurant ist sehr komfortabel und die Sportangebote sind sehr vielfältig. Allerdings höre ich hier nur italienische und französische Laute.
Das Crioula neigt sich dem Ende zu, denn es wird nach dieser Saison geschlossen und nach einer gründlichen Renovierung ein Robinson Club. Zur Zeit sind jedoch noch viele Sportangebote im Betrieb, vor allem Kurse für KIte Surfer. Die werden auf dem breiten Sandstrand vor dem Hotel zunächst als Trockeübungen durchgeführt, anschließend am Strand im seichten Wasser.
Ganz gut hat mir das Dunas de Sal gefallen, weil es ein schönes kleines Hotel mit akzeptablen Preisen ist. Wer Ruhe und Erholung sucht, für den ist dieses Hotel das Richtige. Nachteilig ist natürlich, dass es keinen direkten Zugang zum Strand hat, sondern man muss über die Straße und am Hilton Resort vorbei marschieren, um dann nach 300 Metern ans Meer zu gelangen.
Über die Qualität der Hotels kann ich nichts sagen, dazu müssen Sie im Internet recherchieren und die Bewertungen  beim Tripadvisor oder bei Holidaycheck lesen.


Pool und Liegewiese im Dunas de Sal

Mittwoch, 21. 2. 2018

Jetzt scheint sich endlich das Wetter zu bessern, denn nach dem Frühstück sind viele blaue Stellen am Himmel zu sehen und der Wind ist nicht so heftig. Das bestärkt uns darin, für morgen ein Fahrt über die Insel zu machen und die anderen Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Im Hotel informieren wir uns über die verschiedenen Möglichkeiten, weil ich in Santa Maria Angebote für 20 Euro pro Person gefunden habe. Die beziehen sich aber alle auf eine Fahrt mit einem Pickup, was uns bei den Wetterbedingungen nicht so recht gefällt. Wir möchten lieber in einem geschlossenen Auto sitzen und nicht vom Fahrtwind zerzaust werden.
Ein Leihwagen für einen Tag wäre die Alternative, der würde 55 Euro kosten, wobei wir aber alles selbst suchen müssten. Das gefällt uns weniger, sodass wir eine einen einheimischen Fahrer wünschen, der Englisch, Deutsch oder Spanisch spricht. Die private Tour soll 80 Euro kosten und wir willigen ein . Bei Elke von Schauinsland-Reisen sagen wir im Reisebüro Morabitur ab. Das ist die örtliche Agentur in Santa Maria, die alle Veranstaltungen oder Ausflüge organisiert. Man kann für 250 Euro auf die anderen Inseln fliegen, mit dem Katamaran eine dreistündige Spazierfahrt für 48 Euro machen oder mit dem Jetski eine halbe Stunde für 70 € durch die Bucht von Santa Maria brausen. Beliebt sind die Ausflüge mit dem Quad, die 70 Euro für 2 Stunden kosten. Darüber hinaus gibt es eine lange Angebotsliste für Urlauber, die nicht nur in der Sonne liegen, sondern sich aktiv betätigen wollen. Leider ist die Website von Morabitur in afrikanischer Manier meist außer Betrieb, sodass man online nichts buchen kann. Das machen aber alle Hotelrezeptionen auch telefonisch.
 
Abends wird ein spanisches Büffet serviert (immer noch im Ballroom), das allerdings wenig spanisch ist.

Donnerstag, 22.2. 2018

Blauer Himmel und wenig Wind heute morgen. Das gefällt uns schon besser für unsere heutige Inseltour.

Um 10:00 Uhr starten wir mit einem einheimischen Führer, der auch mit einem Nissan-Pickup gekommen ist. Erfreulicherweise hat dieser aber hinten nicht nur Bänke auf der Ladefläche, sondern im Führerhaus eine Rückbank, sodass wir staubfrei und ohne Wind unsere Fahrt beginnen können. Wie vorteilhaft das ist, merken wir sehr schnell, als uns andere Pickups mit johlenden jungen Touristen und wehenden Haaren überholen. Die haben viel Spaß an dem Fahrtwind und den Sitzen auf der Ladefläche.
Zuerst fahren wir durch die Hauptstadt Espargos an die Bucht von Murdeira, wo links und rechts italienische Ferienwohnungen liegen. Die scheinen aber jetzt nicht alle belegt zu sein, aber unser Guide erklärt uns, dass in den   Monaten November bis Januar alle voll belegt sind. Das wäre die Hauptsaison auf den Kapverden.


Die Bucht von Murdeira

Wir sind sehr erstaunt über diese Aussage, denn so attraktiv scheint uns die Bucht gar nicht zu sein. Vor allem gibt es hier kaum Geschäfte und Restaurants.
Danach geht es weiter nach nach Pedra de Lume, der Saline im gleichnamigen Vulkankrater. In der unterhalb des Meeresspiegels liegenden Caldeira verdunstet das eingesickerte Meerwasser und lässt eine Salzkruste zurück. Das war schon im Mittelalter bekannt und diente zur Versorgung der Seefahrer und zum Haltbarmachen von Fisch und Fleisch. Der industrielle Abbau begann 1833, als man unter der Caldera eine dicke Schicht Steinsalz entdeckte.
Wir bezahlen 5 Euro Eintritt an der Kasse am Eingang  und betreten durch den Sandsteintunnel den Krater. Unten glänzt der Salzsee mit dem hohen Salzgehalt des Toten Meeres. Man kann im See schwimmen und einige machen das auch. Sie kommen anschließend wie Salzheringe heraus und das sieht wirklich witzig aus. Ich habe ein Pärchen fotografiert, kann die Fotos aber nicht wegen der personenbezogenen Daten auf der Webseite veröffentlichen. Für 1 € kann man sich anschließend wieder duschen und die Salzkruste los werden.
Da die Saline eine der wenigen Sehenswürdigkeiten der Insel ist (eigentlich die einzige), versucht man, sie jetzt attraktiver für die Besucher zu machen und sie als Nationalpark auszubauen. Aus diesem Grund hat man schon das alte Gebälk von der 1100 m langen Seilbahn mit Betonfüßen standfest gemacht und Schilder aufgestellt, aus denen hervorgeht, dass die Saline zu ihren besten Zeiten um 1925 täglich mehr als 100 Tonnen Salz produzierte. Mehrer hundert Arbeiter waren damals hier beschäftigt und verschifften das Salz nach Afrika und Brasilien. Als die Salzpreise dann nach dem zweiten Weltkrieg so weit sanken, dass sich der Abbau nicht mehr lohnte, wurde er schließlich 1984 eingestellt. Seit dieser Zeit wird nur noch Salz für den Eigenbedarf der Insel abgebaut.


Eingang zur Saline mit Schranke und Kassenhäuschen


 Tunneldurchgang zur Saline


Baden im Salzsee der Pedra de Lume

Unser Fahrer empfiehlt uns als nächstes Ziel die Baia da Parda, wo man Zitronenhaie beobachten könne. Die Bucht liegt ein Stück weiter südlich von Pedra de Lume. Dazu geht die Fahrt über staubige Sandpisten und quer durch ziemlich verwüstetes und verdrecktes Land mit viel Müll.
Am Ende stehen dort in einer kleinen Bucht viele Touristen im Wasser und betrachten die kleinen Zitronenhaie, die ziemlich nah ans Ufer kommen. Dazu werden Gummistiefel ausgegeben, mit denen man über die Steine und das seichte Wasser waten kann. Ich frage einige der Touristen, die von der Beobachtungstour zurückkommen, was sie gesehen haben. Sie antworten mir, dass man nur die typischen dreieckigen Flossen beobachten kann, die durchs Wasser ziehen. Näher heran könne man nicht.  Daraufhin verzichten wir auf das Ausleihen der Gummistiefel, denn Haie haben wir auf den Malediven und in der Südsee schon viel besser beobachten können.


Der Gummistiefel- und Schuhverleiher an der Sharks´ Bay


Hier treffen wir auch Teilnehmer an den beliebten Abenteuerfahrten mit Raumanzügen im offenen Geländewagen. Wegen des Staubs brauchen sie die Anzüge auch dringend.
Wesentlich eindrucksvoller ist dann bei der Weiterfahrt quer über die Insel nach Nordwesten das Erlebnis und die Beobachtung einer Fata Morgana. Wir hatten zuletzt eine derartige Luftspiegelung in der Wüste auf der Sinai-Halbinsel gesehen und waren verblüfft, wie gut sie hier zu beobachten war. Leider gibt meine Kamera das nicht so gut wieder, wie ich es mit den Augen wahrgenommen habe:


Fata Morgana: Im Hintergrund scheint ein See mit Bäumen und Sträuchern zu sein.

Schließlich kommen wir nach Buracona, wo die 2. Attraktion der Insel - das Olho Azul (Blaues Auge) auf uns wartet. Eigentlich warten wir darauf, denn in der Mittagszeit  zwischen 11 und 13 Uhr fallen die Sonnenstrahlen ziemlich senkrecht durch ein großes Loch zwischen den Felsen auf die Wasseroberfläche darunter und lassen das Meer tiefblau aufleuchten. Das wollen wir natürlich auch beobachten, zumal wir gerade um 12:00 Uhr mittags dort ankommen.
Hier ist alles touristisch aufgemacht und das Snackrestaurant ist für große Touristenmassen ausgelegt. Das merkt man auch an den afrikanischen Verkäufern, die ihre Souvenirs hier anbieten. Es ist ziemlich viel Betrieb hier, weil nicht nur kleine Busse mit Ausflüglern hierhin gekommen sind, sondern auch viele mit einem Leihwagen. Da wir 3 € Eintritt bezahlen müssen, sind wird sehr gespannt, was uns erwartet.
Als wir über die Holzbohlen auf dem Boardwalk an der Treppe ankommen, die zu dem Olho Azul hinunterführt, tritt uns ein Ordner entgegen und erklärt uns, es ginge nicht weiter, weil heute der Zugang wegen des hohen Wellengangs gesperrt sei und wir könnten nicht hinuntersteigen. Das ärgert uns sehr und wir haben auch keine Chance, einen Blick in das Felsenloch zu werfen. Obwohl die Brandung draußen an den Felsen gar nicht so hoch aussieht, rauschen die Wellen mit beeindruckender Kraft in die felsige Bucht.
Das kann man auf dem  Video gut beobachten. Wie in Pedra de Lume versucht man auch hier, eine Touristenattraktion aufzubauen, damit die Leute über die Insel gelockt werden und nicht nur in ihren Hotels bleiben.
Zu diesem Zweck hat man einen Naturgarten angelegt, der den Besuchern die Steine und Pflanzen der Insel näher erklären soll. Das ist allerdings ein kümmerliches Unterfangen, denn alles ist lieblos und mit wenig Verständnis gestaltet. Die Ständer, auf denen die Ausstellungsstücke liegen, sind schon verrostet, die Erklärungen unzureichend und die Wege durch den Garten schlecht angelegt. Auf diese Weise lockt man keine Besucher an.
Unsere Fahrt geht über die Küstenpiste weiter nach Palmeira. Das ist die einzige Stadt, die einen größeren Hafen und eine Kaimauer hat, an der größere Schiffe anlegen können.
Das ehemalige Fischerdorf hat sich durch die Vergrößerung des Hafens im Jahre 2014 gut entwickelt und dadurch sind die Einwohner wohl auch zu etwas mehr Wohlstand gekommen. Wir sehen nämlich viele kleine Wohnhäuser, die einen sauberen Eindruck machen.
Unser Fahrer schleppt uns in einen Souvenirladen, den er als besonders günstig anpreist. Wir sollten uns doch hier mit Andenken an die Insel und mit afrikanischer Kunst eindecken, denn in Santa Maria wäre alles viel teurer. Er ist ganz enttäuscht, dass wir nichts kaufen und auch nicht nach Espargos wollen, sondern wieder zurück in unser Hotel. Diesmal benutzt er für die Rückfahrt die neue Straße, wo die riesigen Hotels von Melia, Sensimar und Riu liegen. Teilweise ist die Straße an ihren Rändern schon wieder verfallen, weil alles in afrikanischer Qualität angelegt wurde.
Den Rest des Nachmittags verbringen wir am Pool und genießen den ersten Tag mit richtigem Ferienwetter, denn wir sind sogar um halb sechs noch zufrieden mit der Wärme und dem leichten Wind. Am Abend gibt es ein creolisches Büffet und die Ankündigung, dass ab morgen wieder das Frühstück und Abendessen im Restaurant Magellan serviert wird, weil das Wetter besser wird.
 
Freitag, 23. 2. 2018

Beim Aufstehen ist der Himmel blau, was wir erst zum 2. Mal hier erleben. Das Frühstück ist jetzt in der Sonne auf der Restaurantterrasse sehr angenehm und wir wünschen uns, dass es die beiden letzten Wochen so gewesen wäre. Jetzt macht auch das Baden im Atlantik Spaß!.


Das Wasser im Atlantik ist zwar mit 20 °C noch verhältnismäßig kühl, aber sauber, türkisgrün und ideal zum Schwimmen.
Am Abend wird das Büffet im Hilton wieder im Magellan Restaurant serviert und man kann zum ersten Mal bei sommerlichen Temperaturen das Essen genießen. Es wird ab heute kein Themenbüffet mehr angeboten, sondern nur noch ein "Internationales Büffet". Wenig Personal ist aber da - und das ist leider etwas überfordert. Wahrscheinlich, weil im Ballsaal eine große Veranstaltung stattfindet.

Samstag, 24.2. 2018

Es ist wieder wunderschönes Wetter heute. Der Himmel ist blau mit nur wenigen Schleierwolken und der Wetterbericht sagt 25°C voraus.  Es weht kein Wind und die Sonne wärmt schon beim Frühstück kräftig.  Das lockt natürlich jetzt viel mehr Leute an den Strand und ins Wasser.

Sonntag, 25.2. 2018

Beim Aufstehen ist der Himmel wieder blau und die Palmenwipfel bewegen sich kaum. Wunderbar. Nach dem Wetterbericht soll es 25° C werden. Es ist angenehm, in der Sonne zu frühstücken, aber das wird durch das Umfallen eines Gastes am Nebentisch lautstark unterbrochen. Die Ursache kennen wir nicht, aber die Wiederbelebungsversuche haben Erfolg und er wird mit dem Rollstuhl in die Klinik gefahren.
Als wir um 10:00 Uhr unsere Liegen auf dem Rasen fertig machen, ist der Wind etwas stärker geworden und einige Wolken ziehen über den Himmel. Aber angenehm ist es trotzdem. Ich gehe zum Strand und schaue den Kitesurfern zu,   die sich jetzt mächtig über das schöne Wetter und den passenden Wind freuen.


Der ganze Strand ist jetzt übersät mit Kites und Kitesurfern, die auf den richtigen Wind zum Starten warten. Viele sind Profis mit teurem Equipment, andere sind Anfänger, die ihre ersten Versuche wagen, nachdem sie am Strand Trockenübungen mit einem Surflehrer gemacht haben.


 Ein Schnappschuss oder ein kleines Video wird sofort mit dem Smartphone nach Hause gesendet.

Die meisten sind zu zweit und helfen sich gegenseitig beim Start. Die Versuche werden natürlich von den Familienmitgliedern gefilmt. Auch ich filme mit meiner kleinen Nikon- Coolpix W 300 Outdoor Kamera, bis der Akku leer ist. Schade ist natürlich, dass die Windgeräusche so stören. Außerdem ist so ein Video vom Start locker 220 Megabyte groß und damit nichts für eine Darstellung auf einer Homepage. Ich habe deshalb einen kurzen Film auf eine niedrige Auflösung gebracht, damit Sie einen Eindruck vom Strandleben gewinnen, das hier völlig von den Kitesurfern bestimmt wird.

Montag, 26.2. 2018

Jetzt, wo das Wetter so schön ist, fällt uns der Abschied von der Insel Sal doch ziemlich schwer. Wir hatten halt Pech, dass wir von den drei Wochen Urlaub nur eine Woche das Traumwetter hatten, das wir uns vorgestellt hatten.  Das bedeutet, dass man nur jedem Urlauber raten kann, die Urlaubszeit nicht zu früh in den Februar zu verlegen, sondern lieber etwas zu warten, bis die Wetterbedingungen stabiler sind.
Wir checken um 10:00 Uhr aus und bezahlen unsere Rechnung mit den restlichen Escudos  und der Kreditkarte. Elke von Schauinsland-Reisen wartet schon mit dem Minibus vor dem Hoteleingang. Während der Fahrt zum Flughafen unterhalten wir uns noch über die Ein- und Ausreisebedingungen und über die große Korruption auf den Kapverden.
um 11:00 Uhr sind wir am Flughafen und reihen uns in die lange Warteschlange bei den Check-In-Schaltern 3-9 ein. Es geht aber ziemlich schnell und die Security ist gründlich. 5 TUI-fly Maschinen fliegen jetzt hier ab: nach Düsseldorf, Amsterdam, Helsinki, Brüssel und London. Unsere soll um 13:00 Uhr starten. Das klappt auch tadellos. Der Service unterwegs ist freundlich, aber jedes Extra kostet auch extra. Wir leisten uns Nachos mit einem Bier für 5 €. und unterhalten uns darüber, wie unser Urlaub auf Sal war.

Zusammenfassung:
Eigentlich war alles sehr gut; wir waren nur zur falschen Zeit hier. Von den drei Wochen Urlaub hatten wir zwei Wochen schlechtes Wetter. Die letzte Woche war hervorragend mit Tagestemperaturen um 25°C, wenig Wind und Wassertemperaturen zwischen 20°C und 22°C. Für einen Strandurlaub sind diese Bedingungen ideal. Nach unseren Erfahrungen kann man nur jedem raten, erst Ende Februar oder Anfang März dorthin zu fahren. Wer die Insel Sal als Urlaubsziel wählt, muss wissen, dass es hier nur Sand, Strand, Sonne und Wind gibt. Es ist also für diejenigen eine gute Wahl, die das lieben. Der 200 Meter breite Sandstrand ist ideal zum Volleyballspielen, Fußballspielen, für Trockenübungen zum Kitesurfen, zum Buddeln, Burgenbauen oder Spielen mit Kindern;  zum Sonnen natürlich auch. Das Wasser ist sauber, türkisgrün, der Einstieg ins Wasser ist flach abfallend und ohne Steine, Korallen oder Muscheln. Die Wellen sind nicht besonders hoch und alle Wasserspielzeuge und Boote sind vorhanden. Der stete Nordost-Passat ist ideal zum Surfen. Man kann mit Fischern aufs Meer hinausfahren, angeln, Ausflüge mit dem Boot oder mit dem Pickup unternehmen und sogar an bestimmten Stellen schnorcheln.
Das war´s von den Kapverden. Ich hoffe, der Reisebericht hat Ihnen gefallen und es sind ein paar brauchbare Informationen für Sie dabei, wenn Sie vorhaben, die Insel zu besuchen.  Vielleicht haben Sie aber auch Interesse an anderen Reiseberichten von mir. Schauen Sie doch mal auf meine Reiseseite!

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